Jetzt sind wir Hausbewohner

Beach House Koh Chang

Liebe Eltern. Vielleicht wird doch noch was aus uns. Wir haben jetzt ein Haus.

Lange mussten wir nicht überlegen, man könnte auch sagen, es war Liebe auf den ersten Blick. Unsere Freude ist riesig: Wir bewohnen ein Haus auf Koh Chang, der Elefanteninsel im Osten von Thailand. Ein Holzhaus auf Stelzen an bester Lage, direkt am Strand. Das Meer sehen wir vom Bett aus. Unsere grosszügige Terrasse ist der ideale Ort, um den Sonnenuntergang zu bestaunen. Die hübschen Palmen spenden wertvollen Schatten entlang des etwa vier Kilometer langen Sandstrandes, den wir fast für uns alleine haben.

Wir geben es zu, es ist vermutlich notwendig, in nächster Zeit noch ein paar bauliche Massnahmen am Strandhaus zu treffen. Es besteht aus nichts ausser der Terrasse und einem Schlafraum, ausgestattet mit einem Ventilator, der zur staubigen Dekoration verkommen ist. Die sanitären Anlagen befinden sich rund 100 Meter entfernt, einen Wasseranschluss, Kochmöglichkeiten und einen Kühlschrank gibt es noch nicht. Einzelne Balken sind schon erschreckend morsch und das Haus wackelt, bei jedem Schritt, sogar schon bei Wind. Es kommt auch schon mal vor, dass eine Kokosnuss mit voller Wucht von den Palmen knallt. Und ja, auch die Verkehrsanbindung könnte besser sein.

Unsere Verhandlungen mit Investoren und Banken sind noch im Gange, noch wissen wir nicht, ob wir die Möglichkeit für einen Aus- und Weiterbau unser Hauses haben werden. Als kurzfristige Sparmassnahme haben wir unser Tagesbudget maximal reduziert, essen nur noch einmal täglich im Restaurant und ernähren uns sonst von Sandwiches und Nudelsuppen. Irgendwo muss man ja anfangen.

Untätig sind wir indes nicht, vieles haben wir schon gemacht – sagen wir, die elementaren Dinge sind erledigt. Wir haben viel Zeit, Geduld und Leidenschaft investiert in die Dekoration unseres Anwesens. Kunst am Bau, könnte man sagen. Was die Natur uns geschenkt hat, haben wir verwendet. Von der detailverliebten Girlande bis zur abstrakten Installation findet man einiges zum Bestaunen. Ariel, der beste Ehemann der Welt, hat auch einen Sinn für praktischen Genuss: Auf unserer Terrasse findet man nun eine blaue Hängematte (nicht Suva geprüft, aber mit jedem Tag steigt mein Vertrauen).

So wird unser Haus mehr und mehr zum Fotografie-Objekt von Touristen und wir sind bereits am Evaluieren, wie wir den offensichtlichen Wert in potenzielles Budget für Investitionen ummünzen können. Vielleicht kopieren wir eine der Ideen unserer geschäftsfindigen asiatischen Freunde? Kamera-Gebühren, Eintritts-Gebühren oder Schuhe-nicht-ausgezogen-Gebühren, Kulturgutunterstützung oder Spendentopf für Bedürftige? Oder wir vermieten unsere Hängematte. Habt ihr vielleicht noch Ideen?

8 Kommentare

  1. Das absolute Traumleben! Und wer braucht schon Strom? ^^ macht doch einfach ein Feuer zum kochen. Wenns in der Nacht kühl wird dann rückt ihr eben etwas näher zusammen 😉 und dass das Haus einbisschen wackelt ist auch romantisch. Das sorgt für den dramatischen Touch der Liebesgeschichte. 😉
    Also ich finde das Haus perfekt! 😀
    Geniesst es! 🙂 <3

    1. Ja, liebe Anaïs, da hast du sehr recht – der Abschied fällt uns immer noch schwer. Aber Loslassen gehört auch zu unserem Projekt. Und dann kommt wieder Neues. Im Moment freue ich mich sehr darüber mit meinem neuem, orange-gelben Velo durch die Strassen von Phnom Penh zu fahren.
      Alles Liebe dir und herzliche Grüsse.
      M

  2. Diese Girlanden – super romantisch. Ihr könntet direkt aus einem Federica de Cesco Buch entspringen. Romantisch-rebellische Helden halt.

    Freue mich auf die nächste Geschichte.
    Liebe Grüsse
    Ka

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